Zum Hintergrund: Seit dem Sachstandsbericht im Kulturausschuss am 12. März 2020 haben sich bezüglich des Landesprojekts Dritte Orte verschiedene Entwicklungen ergeben, aus denen sich aus Sicht der Verwaltung und aus Sicht des Lenkungskreises „Dritte Orte“ eine veränderte Beschlussfassung ergeben hat.

Insbesondere hat am 19. März 2020 im HBK ein seit längerer Zeit geplanter Termin in Präsenzform mit zwei federführenden Mitarbeitern des Projektbüros „startklar“ stattgefunden, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft mit der Projektdurchführung für ganz NRW beauftragt wurde. Aufgrund des Lockdowns haben daran nur die mit der Projektabwicklung beauftragten Verwaltungsmitarbeiter teilgenommen.

Nachdem die Verwaltung über den aktuellen Stand des „Waltroper Forums Dritter Ort“ einschließlich der Ausschusssitzung am 12. März berichtet hat, haben die „startklar“-Vertreter deutlich gemacht, welchen Weg Waltrop aus deren Sicht beschreiten könnte bzw. sollte, um in der Umsetzungsphase bei einer Antragstellung berücksichtigt werden zu können.

Deutlich wurde aus ihrer Sicht, dass es schon aufgrund sich ausschließender Antragsfristen nicht möglich sein wird, Projektmittel „Umsetzungsphase Dritte Orte“ mit Mitteln der Städtebauförderung zeitlich unmittelbar zu verknüpfen. Mit anderen Worten: Sollten Städtebaufördermittel gewährt werden und noch Ausschreibung und Vergabe (einschließlich entsprechender politischer Beschlüsse und Beachtung aller Vergaberichtlinien) für einen Neubau realisiert werden, mögen – grob geschätzt – insgesamt 2-3 Jahre vergehen, bis solch ein Gebäude steht. Solange dürfen die Mittel aus dem „Projekt Dritte Orte“ des MKW jedoch keinesfalls „geparkt“ werden.

Das bedeutet: Sollte eine Antragstellung beim MKW erfolgreich sein, müsse zügig im Winter 2020/2021 mit der Umsetzung des Projekts begonnen werden. Wir müssten daher, so der Rat von “startklar“, mit einem (Probe-) Betrieb „Dritter Ort“ beginnen, sei es im bestehenden HBK, sei es mit besonderen Aktionen und Veranstaltungen auf der bestehenden Freifläche, die künftig temporär überbaut werden könnte (zum Beispiel mithilfe eines Zeltes, Pavillons oder Containers).

Unter diesem Aspekt wurde von der Planung einer Maßnahme “Dritter Ort sofort“ gesprochen oder auch von dem „kleinen Rahmen“ ab Anfang 2021, hinter welchem der „große Rahmen“ im Blick bleibt, selbst wenn dieser (Errichtung eines Neubaus) womöglich erst 2022 oder 2023 realistischerweise zum Tragen käme.

Wichtig und von oberster Priorität wäre es daher zu überlegen, wie ein “Dritter Ort sofort“ inhaltlich und räumlich gestaltet werden könnte und wofür die Landesmittel von 150.000,00€ jährlich (2021-2023) plus 20% städtischer Eigenanteil eingesetzt werden könnten. Dazu gibt es erste Überlegungen seitens des Lenkungskreises, der die bisherigen Planungen begleitet und vorantreibt.

Das Spektrum umfasst u.a.:

–           Herstellung der Barrierefreiheit im bestehenden Gebäude

–           Einbeziehung der jetzigen Übergangsbücherei

–           Realisierung verschiedener Veranstaltungsformate

Durch den Corona-bedingten Lockdown haben nur wenige Lenkungskreissitzungen stattgefunden, und zwar in Form von Videokonferenzen mit deutlich geringerer Beteiligung. Auch die zusätzlich tagende AG „Mediathek“ hat virtuell getagt, einmal auch mit Mitarbeitern der Bezirksregierung Düsseldorf (NRW Fachstelle Bibliotheken).

Ferner sollte – auf Empfehlung von „startklar“ – eine Kulturinitiative mit interessierten und engagierten Bürger/innen/n gegründet werden, die als Partner gemeinsam mit der Stadt Waltrop das Projekt vorantreibt bzw. umsetzt.

Dieses oben genannte Szenario scheint der für Waltrop einzig gangbare, aber auch realisierbare Weg zu sein, um die unterschiedlichen Akteure und die verschiedenen Zeitstränge vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Haushaltssituation unter einen Hut zu bringen, ohne das eigentliche Ziel (Schaffung einer attraktiven Mediathek mit deutlich vielseitigerer Ausprägung als 3. Ort) aus den Augen zu verlieren.

Auf dem Weg der Konkretisierung eines „Dritten Ort(es) sofort“ wurde – auf Vorschlag und Vermittlung von „startklar“ – ein Beratungsbüro aus Münster hinzugezogen, um die räumliche Gestaltung des neuen Konzepts „Dritter Ort sofort“ als „Kultur–Wohnzimmer“ gemeinsam mit Bürgern und Bürgerinnen sowie Verwaltung inhaltlich zu konkretisieren und deren Expertise in die Antragstellung für die Umsetzungsphase einzubeziehen.