Das Landes-Förderprogramm „Dritte Orte“ geht im kommenden Jahr in die 2. Förderphase und Waltrop soll nach der nun abgeschlossenen Konzeptentwicklung weiter dabei sein. So jedenfalls der Wunsch aller Beteiligten und aller Politiker*innen. Engagierte Bürger*innen wollen mit Unterstützung der Verwaltung und Fördergeldern vom Land das Haus der Bildung und Kultur (HBK) in der Ziegeleistraße zum Dritten Ort machen – einem neuen Ort der Begegnung abseits von Arbeitsplatz und Zuhause. Aufgrund der Voraussetzungen für die Förderung und aufgrund unterschiedlicher Antragsfristen wurden die Pläne für die Umsetzung des Projekts überarbeitet. Voran getrieben wird das Waltroper Vorhaben von einem eigens eingerichteten Lenkungskreis aus Verwaltung und Bürger*innen und der eigens gegründeten Kulturinitiative „WalDriOso“ (Waltrop Dritter Ort sofort). Für den Förderzeitraum 2021–2023 ist derzeit die zweite, insgesamt mit rund 13 Millionen Euro dotierte Programmphase ausgeschrieben, mit der die konkrete Umsetzung der neuen „Dritten Orte“ in NRW möglich werden soll. Bewerben können sich bereits in Phase 1 geförderte wie auch weitere Projektträger mit einem tragfähigen Konzept für einen „Dritten Ort“.

Aufgrund sich ausschließender Antragsfristen wird es nicht möglich sein, „Dritte Orte“-Projektmittel der 2. Förderphase mit Mitteln der Städtebauförderung zeitlich unmittelbar zu verknüpfen. Von der Gewährung von Städtebaufördermitteln bis zu einer Realisierung des Förderziels (eines Neu- oder Anbaus) nach Ausschreibung, Beschlüssen und Vergabe vergeht Zeit, in der Mittel aus dem Projekt „Dritte Orte“ nicht „geparkt“ werden dürfen. Sollte eine Antragstellung beim MKW erfolgreich sein, wird schon im Winter 20/21 mit der Umsetzung des Projekts begonnen. 

Nach ausführlicher Beratung durch das vom Land NRW als Programmbüro mit der Vorbereitung und Begleitung des Förderprogramms „Dritter Ort“ beauftragte Projektbüro „startkIar“ hat VHS-Leiter und Projektkoordinator M.-Clemens Schmale das Projekt „Dritter Ort“ in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport am 26. Mai 2020 erneut präsentiert und erläutert. Seine Beschlussvorschläge haben der Ausschuss und drei Wochen später der Stadtrat einstimmig befürwortet.

Die Verwaltung wurde beauftragt, beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen einen Förderantrag zur Umsetzungsphase des Projekts „Dritte Orte“ in den Jahren 2021, 2022 und 2023 zu stellen. Unabhängig von der Jury-Entscheidung hat der Rat beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, das Waltroper Projekt „Dritter Ort“ vor dem Hintergrund der Einrichtung eines Neubaus oder Anbaus an der Ziegeleistraße 14 voranzutreiben und die eventuelle Förderung diesbezüglich aus Mitteln der Städtebauförderung zu prüfen.

Trotz der Schwierigkeiten durch die unterschiedlichen Antragsfristen müssen die unterschiedlichen Akteure und die verschiedenen Zeitstränge vor dem Hintergrund einer weiterhin angespannten Haushaltssituation unter einen Hut gebracht werden, ohne das ursprüngliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Klar ist: Die MKW-Fördersumme soll im Falle einer erfolgreichen Bewerbung unter anderem dazu genutzt werden, den einzubeziehenden Altbau des HBK vor allem das ehemalige Foyer zu ertüchtigen, Personal befristet zu beschäftigen, Anschaffungen zu tätigen und kulturelle Veranstaltungen zu finanzieren.

Im Mittelpunkt stehen die Herstellung einer partiellen Barrierefreiheit im bestehenden Gebäude, die Einbeziehung der jetzigen Übergangsbücherei und die Realisierung verschiedener Veranstaltungsformate. Sowohl im bestehenden HBK als auch auf der Freifläche daneben, die künftig temporär mithilfe eines Zeltes, Pavillons oder Containers überbaut werden könnte, sollen besondere Aktionen und Veranstaltungen stattfinden. Ferner wird die bereits gegründete Kulturinitiative mit interessierten und engagierten Waltroper*innen als Partner gemeinsam mit der Stadt Waltrop das Projekt weiter vorantreiben und umsetzen.

Auch unter dem Motto „Dritter Ort sofort“ soll es also weiterhin um die langfristige Nutzung und den gewünschten Ausbau der Einrichtung gehen – es soll in kleinem Rahmen schnell entstehen, was langfristig gedacht im großen Rahmen geplant ist.

Jährliche Landesmittel sollen einerseits sofort die kulturelle Infrastruktur und das kulturelle Angebot in Waltrop verbessern und andererseits einen Ausbau des HBK zu einer attraktiven Mediathek mit vielseitiger Ausprägung als Begegnungszentrum vorantreiben.

Auf dem Weg zu einem „Dritten Ort sofort“ wurde – auf Vorschlag und Vermittlung von „startklar“ – das Beratungsbüro „Modulorbeat“ aus Münster hinzugezogen, um die räumliche Gestaltung des neuen Konzepts als „Kultur-Wohnzimmer“ gemeinsam mit Bürgern und Bürgerinnen sowie Verwaltung inhaltlich zu konkretisieren. Für die Nutzung jener Außenfläche, auf der später auch der Anbau oder Neubau entstehen soll, müsste die kleine Parkfläche ab Anfang 2021 ganz oder teilweise aufgegeben bzw. umgewidmet werden. Über den Folgeantrag zur Errichtung einer neuen Mediathek im Rahmen des „Dritten Orts“ (gegebenenfalls mit Hilfe von Städtebauförderung) wird seitens der Politik in der nächsten Ratsperiode abschließend entschieden.